Edouard Starzynski
Seit 1954 verleiht Swiss Fencing die Challenge Eugène Empeyta. Der Preis erinnert an Eugène Empeyta (1892–1951), den ehemaligen Präsidenten des Schweizerischen Fechtverbandes und bisher einzigen Schweizer Präsidenten der FIE. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich besonders für den Schweizer Fechtsport eingesetzt haben oder herausragende sportliche Ergebnisse erzielt haben.
In diesem Jahr erhielt Edouard Starzynski die Ehrung für sein Lebenswerk.
Die Laudatio:
Es gibt Persönlichkeiten, die einen Sport begleiten. Und es gibt jene, die ihn prägen. Edouard Starzynski gehört zur zweiten Kategorie.
Als Trainer und Ausbildner war Edouard über viele Jahre eng mit dem Schweizer Fechtsport verbunden. Auch im Umfeld der Olympischen Spiele von Montreal 1976 wirkte er in jener Zeit mit, in der sich die Schweiz international neu positionierte. Doch sein eigentliches Lebenswerk misst sich nicht an einem einzelnen Grossanlass. Es misst sich an Menschen.
Über Jahrzehnte hat Edouard Generationen von Fechterinnen und Fechtern ausgebildet. Rund 1500 Athletinnen und Athleten hat er im nationalen und internationalen Fechtsport begleitet, etwa 750 davon selbst ausgebildet. Seine Schüler gewannen Medaillen, wurden Trainer, Kampfrichter oder engagierten sich als J+S-Leitende. Viele blieben dem Sport ein Leben lang verbunden.
Für ihn ist und war Fechten nie nur Wettkampf. Er versteht den Sport als Kultur – als Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, von Technik, Haltung und Respekt. Respekt gegenüber dem Gegner, gegenüber dem Maître, gegenüber dem Sport selbst. Der fechterische Ehrenkodex ist für ihn mehr als eine Formel: Er ist Leitlinie seines Unterrichts.
Seine Überzeugung ist einfach und zugleich anspruchsvoll: Fast jeder Mensch kann Fechten lernen. Es ist ein Sport, den man bis ins hohe Alter ausüben kann. Und ein Sport, der weit über die Planche hinaus wirkt.
Darum steht für Edouard Starzynski immer zuerst die Einstellung zum Sport im Zentrum. Erst danach kamen Technik, Taktik und Resultate. Entscheidend ist die persönliche Entwicklung: junge Menschen zu begeistern, ihnen Disziplin, Respekt und Verantwortung mitzugeben.
Der Challenge Eugène Empeyta würdigt Persönlichkeiten, die den Schweizer Fechtsport über Jahrzehnte geprägt haben. Mit Edouard Starzynski ehren wir nicht nur einen Trainer. Wir ehren einen Lehrer, einen Vermittler und einen Baumeister unseres Sports.
Maître Starzynski hat Generationen von Fechterinnen und Fechtern begleitet. Heute begleitet ihn der Schweizer Fechtsport – mit Dank, mit Respekt und mit grosser Anerkennung für ein Lebenswerk.